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Bartagame Haltung


Gesamtbewertung

100%

"Empfehle es allen die sich so ein Tier zulegen wollen!"

Heiko
100%
Tolles Buch Danke! Hat alle meine Fragen beantwortet :)

Bartagame Haltung aber richtig!

Bartagamen erfreuen sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Aber wie hält man diese kleinen Drachen artgerecht?

Herkunft der Bartagamen

Die Echsen sind eine Gattung aus der Familie der Agamen. Sie leben ausschließlich in Australien. Ihren Namen haben sie von einer Stachelreihe am Unterkiefer, die sich bis über die Kehle erstrecken und so das Bild von einem Bart vermittelt. Auch am übrigen Körper, auf Rumpf, Schwanz, Beinen und Flanken und der Kopfbasis sind viele Stacheln zu finden. Sie werden 30 bis 50 Zentimeter lang, wobei ein großer Teil der Gesamtlänge auf den Schwanz entfällt. Insgesamt gibt es acht verschiedene Arten, die überwiegend Lebensräume besiedeln, in denen reichlich Bäume und Büsche vorhanden sind. Die einzige Ausnahme ist die Zwergbartagame, die ausschließlich in Halbwüsten mit Grasbewuchs lebt.Lebensweise der Bartagamen

Sie lieben es, sich auf Baumstämmen oder Zaunpfählen aufzuhalten. Das sollte bei der Einrichtung des Terrariums berücksichtigt werden.
Bartagamen zählen zu den Allesfressern, sie fressen Blätter, Blüten und Früchte, aber auch kleine Wirbeltiere und Insekten.
Die Bartagamen Haltung (Das Terrarium)
Das Wichtigste ist, den Bartagamen eine naturnahe Umgebung zu bieten. Mit dem Terrarium sollte man ein kleines Stück Australien bei sich aufbauen. Die Terrarien dürfen nicht zu klein sein. Die absolute Mindestgröße ist fünf Mal so lang wie die Körperlänge der Agame, vier Mal so breit und drei Mal so hoch.
Als Material für das Terrarium kann Glas oder Holz sein. Bei Glas dürfte man allerdings die Schwierigkeit haben, für die erforderliche Größe eine Spezialanfertigung zu benötigen. Holzterrarien kann man mit etwas Geschick selbst bauen und sie speichern auch die Wärme besser.Das Klima im Terrarium
Das Klima im Terrarium muss ebenfalls für eine artgerechte Bartagamen Haltung angepasst werden. Die Tiere stammen aus einer trockenen und warmen Umgebung. Dieses Klima muss im Terrarium künstlich hergestellt und dauerhaft erhalten werden. Dazu zählt die richtige Temperatur und Luftfeuchtigkeit.Während des Tages sollte die Temperatur im Durchschnitt bei 35°C liegen. Aber diese Temperatur soll nicht gleichmäßig über das ganze Terrarium verteilt sein, sondern es sollten unterschiedliche Temperaturzonen herrschen, so dass die Bartagamen zwischen ihnen wechseln kann. Der kälteste Punkt sollte etwa 25°C betragen. Der wärmste Punkt befindet sich unter dem Wärmespot und ist ungefähr 50°C heiß. Die Temperatur soll nachts auf 20°C abgesenkt werden.Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag 30-40% und in der Nacht 50-60% betragen. Durch die hohen Temperaturen wird es einigermaßen leicht sein, die niedrige Luftfeuchtigkeit zu erhalten. Will man die Luftfeuchtigkeit erhöhen, kann man die Terrarieneinrichtung besprühen.

Die Technik des Terrariums
Um Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant zu halten, bedarf es einiger Technik.
Für die Beleuchtung wird eine Grundbeleuchtung benötigt und zusätzlich noch ein UV-Licht, da es von den Tieren dringend für ihre Vitamin D Produktion benötigt wird. Ohne ein UV-Licht erkranken die Tiere schwer.

Metalldampflampen (oder HQIs) haben eine sehr gute Lichtausbeute und ein natürlich wirkendes Licht und eignen sich deshalb sehr gut als Grundbeleuchtung. Sie verbrauchen allerdings viel Strom und benötigen ein Vorschaltgerät. Die Metalldampflampen sollten so montiert werden, dass das gesamte Terrarium gleichmäßig ausgeleuchtet wird.

Für das UV-Licht gibt es zwei Optionen. Die erste Möglichkeit besteht darin, einen starken Strahler zu verwenden mit 300W. Damit müssen die Tiere alle ein bis zwei Tage für eine bestimmte Zeit bestrahlt werden. Beginnend mit fünf Minuten, sollte der Zeitraum allmählich auf vierzig Minuten täglich gesteigert werden. Der Abstand zur UV-Lampe soll etwa einen Meter betragen.

Die zweite Möglichkeit besteht darin, einen schwächeren UV-Spotstrahler von etwa 75W ganztägig angeschaltet zu lassen. Dieser Spotstrahler kann auch zusätzlich noch als Wärmespot eingesetzt werden.

Die Bartagamen dürfen nicht durch Glas bestrahlt werden, da das Glas das UV-Licht absorbiert und wirkungslos machen.

Um das Terrarium zu erwärmen, sind Reflektorlampen oder Halogenspots geeignet. Wenn ein zusätzlicher Dimmer eingesetzt wird, kann die Temperatur genau reguliert werden.
Es ist aber wichtig, die Lampen gut abzusichern, damit die Tiere nicht damit in Verbindung kommen können. Sie werden sehr heiß und die Bartagamen könnten sich stark daran verbrennen.

Beleuchtet werden sollte etwa 13 Stunden pro Tag. Wobei es der Jahreszeit angepasst sein sollte. Im Sommer kann ruhig auch 14 Stunden beleuchtet werden, im Winter dafür weniger.

Um sicher zu gehen, dass das Klima im Terrarium stets den Anforderungen entspricht, sollten Temperatur und Luftfeuchtigkeit kontrolliert werden. Dafür reichen ein Thermometer und ein Hygrometer aus.

Einrichtung des Bartagamen-Terrariums
Das Terrarium muss nun auch passend zur Bartagamen Haltung eingerichtet werden.
Die Bartagame braucht Klettermöglichkeiten, Verstecke und Liegeflächen. Günstig ist es, wenn die Rückwand des Terrariums da schon etwas bietet.

Das Terrarium selbst dann mit Ästen, Wurzeln, Steinen einrichten. Vorsicht beim Bau von Höhlen aus Wurzeln und Steinen. Darauf achten, dass die fest ineinander gefügt sind und nicht durch die Tiere zum Einsturz gebracht werden können.

Als Bodengrund Sand wählen, da die Tiere sehr gerne graben. Es gibt fertigen Terrariensand zu kaufen, man kann aber auch selbst eine Sand-Lehm-Mischung im Verhältnis sechs zu eins anfertigen. Fünf Teile Sand und einen Teil Lehm. Den Bodengrund nach dem Auffüllen anfeuchten und fest andrücken. Dadurch verdichtet und stabilisiert er sich. Falls er anfängt zu stauben, nochmals anfeuchten und fest drücken.

Danach kann man das Terrarium noch dekorieren, beispielsweise mit Pflanzen. Dazu muss man allerdings wissen, dass die Bartagamen alle Pflanzen anknabbern werden und zum Schluss nichts mehr davon übrig bleibt. Es müssen also entweder immer neue (und natürlich ungiftige) Pflanzen ins Terrarium oder man nimmt künstliche Terrarienpflanzen, die von den Tieren in Ruhe gelassen werden.

Die richtige Fütterung
In einer guten Bartagamen Haltung sollte berücksichtigt werden, dass die Tiere Allesfresser sind und ihnen sowohl Insekten wie auch pflanzliche Nahrung angeboten werden.

Gerne gefressen werden Grillen, Heuschrecken, Schwarzkäfer und Wachsmotten. An Obst und Gemüse werden gerne Gurken, Zucchini, Karotten, Tomaten, Basilikum, Klee, Petersilie, Löwenzahn, Spinat, Salat, aber kein Kopfsalat, Birnen, Kiwis, Bananen, Pfirsiche und Erdbeeren genommen.

Die Ernährung sollte immer abwechslungsreich sein und das Obst und Gemüse unbehandelt sein und vor der Fütterung gründlich gewaschen werden.

Das Trinkgefäß sollte relativ flach sein, da die Tiere auch gerne mal darin baden. Deshalb auch darauf achten, dass kein Kot im Trinkgefäß ist.

Die Reinigung des Terrariums
Beim täglichen Füttern Kot, Futterreste und Hautreste aus dem Terrarium entfernen.
Die Futterschalen und Trinkgefäße reinigen, bevor sie neu gefüllt werden.

Die Winterruhe
Bartagamen halten Winterruhe, wenn man sie lässt. Die Winterruhe dient dem Fettabbau und stärkt das Immunsystem, sie sollte also nach Möglichkeit durchgeführt werden. Allerdings dürfen nur gesunde und gut genährte Tiere in die Winterruhe geschickt werden. Deshalb vor der Winterruhe eine Kotprobe vom Tierarzt untersuchen lassen und sich vergewissern, ob alles in Ordnung ist.

Meist beginnen die Bartagamen sich ab Oktober, es kann aber auch erst im Dezember der Fall sein, für die Winterruhe vorzubereiten. Sie werden ruhiger und ziehen sich immer mehr zurück. Der Appetit lässt nach. Zu diesem Zeitpunkt sollte dann die Beleuchtungsdauer um etwas zehn bis zwölf Minuten täglich heruntergefahren werden. Zwei Wochen, bevor das Licht ganz ausgeschaltet wird, dem Tier nichts mehr zu fressen geben. Die Temperatur im Terrarium wird ebenfalls abgesenkt. Sie sollte aber 15°C nicht unterschreiten.

Die Winterruhe der Bartagamen kann bis zu vier Monate dauern. Wenn man feststellt, dass sie langsam wieder munterer werden, kann langsam das Licht wieder zugeschaltet werden. Das erfolgt wie beim Vorbereiten der Winterruhe, jetzt nur im umgekehrten Verhältnis. Die Temperatur wird mit zunehmenden Licht auch wieder allmählich hochgefahren, bis alles wieder im normalen Bereich ist.

Dies war eine kleine Einführung. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema erhalten sie auf http://www.bartagame.de/buch/

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